UK 2026 Tag 25 Edingburgh – Strand und Stadt

UK 2026 Tag 25 Edingburgh – Strand und Stadt

Getrennte Wege und magische Pfade: Strandruhe und ein ungeplanter Harry-Potter-Tag in Edinburgh
Manchmal sind es die spontanen Wendungen, die einen Reisetag unvergesslich machen. Während Andy den heutigen Tag für eine entspannte Auszeit am Strand direkt hinter dem Campingplatz Drummohr nutzte und sich den Wind um die Nase wehen ließ, zog es Michi hinein ins urbane Abenteuer nach Edinburgh.

Der Tag begann früh und unkompliziert: Andy übernahm den Shuttleservice und brachte Michi zum Bahnhof nach Wallyford. Von dort aus ging es denkbar schnell – gerade einmal zwei Stationen und 15 Minuten Fahrt später öffneten sich die Zugtüren mitten im Herzen der schottischen Hauptstadt.
Kaum tritt man aus dem Bahnhof, zieht Edinburgh einen sofort in seinen Bann. Die wuchtigen, dunklen Fassaden der Altstadt wirken fast überwältigend und strahlen eine ganz eigene, ehrwürdige Atmosphäre aus. Durch eine dieser charmanten, engen Gassen mit ihren historischen Häuserfronten ging es hinauf zur berühmten Royal Mile. Hier reiht sich ein Highlight an das nächste: Die markante Silhouette der St. Giles’ Cathedral säumt den Weg, während weiter oben das stolze Edinburgh Castle über den Dächern thront. Auch für kurze Abstecher zur traditionsreichen Universität und zur ehrwürdigen Bibliothek blieb unterwegs noch Zeit.
Natürlich zeigt sich die Royal Mile auch von ihrer geschäftigen Seite. Die schier endlose Zahl an Souvenirläden ist extrem touristisch geprägt – manche Geschäfte sind heillos überlaufen, viele Angebote hemmungslos überteuert. Doch genau dazwischen entwickelte sich der Städtetrip völlig ungeplant zu einem waschechten Harry-Potter-Tag.
An der Zauberwelt kommt man in Edinburgh schlichtweg nicht vorbei. Überall locken spezialisierte Fan-Shops mit Zauberstäben und Hogwarts-Schals, und das aus gutem Grund: Schließlich hat J.K. Rowling hier viele Jahre gelebt und wesentliche Teile ihrer Romane geschrieben. Ein Spaziergang durch die geschwungene, bunte Victoria Street macht sofort klar, woher die Inspiration für die legendäre Winkelgasse stammt.
Zwischen all dem Trubel stieß Michi immer wieder auf faszinierende Zufallsfunde. Da war der Blick auf das Café, das als inoffizieller Geburtsort von Harry Potter gilt, oder der geheimnisvolle Greyfriars Kirkyard, auf dessen verwitterten Grabsteinen tatsächlich der Name eines gewissen Thomas Riddle prangt. Und gleich um die Ecke berührte noch die herzerwärmende Geschichte des treuen Hundes Greyfriars Bobby, der jahrelang das Grab seines verstorbenen Herrchens bewachte.

Ein trauriger Moment am Rande: Am Strand direkt hinter dem Campingplatz stieß Andy auf verblüffend viele alte Austernschalen. Was heute als teure Delikatesse gilt, war hier im Firth of Forth im 18. und 19. Jahrhundert ein klassisches Arme-Leute-Essen. Damals befand sich hier eines der größten natürlichen Austernriffe Europas, aus dem in Spitzenzeiten jährlich zig Millionen der Europäischen Auster (Ostrea edulis) geerntet wurden. Durch hemmungslose Überfischung brach der Bestand jedoch dramatisch ein, sodass die Art hier um die Wende zum 20. Jahrhundert lokal praktisch vollständig verschwand. Die heute am Ufer angespülten Schalen sind daher historische Zeugen einer längst vergangenen Epoche, auch wenn Umweltinitiativen wie Restoration Forth inzwischen wieder versuchen, die ersten Muscheln behutsam im Meeresarm anzusiedeln.