UK 2026 Tag 18 Lancaster – Von echten Ritterburgen, schönen Städten und Wash.Me

UK 2026 Tag 18 Lancaster – Von echten Ritterburgen, schönen Städten und Wash.Me

Was für ein verrückter Tag. Manchmal plant man die Route, und dann kommt das echte Reiseleben dazwischen: Wir mussten dringend mal wieder Wäsche waschen. Weil man dann gefühlt die halbe Zeit auf Schleudergänge und Trockner wartet, kam uns der Tag zunächst erstaunlich kurz vor. Doch jetzt, beim Schreiben des Rückblicks und beim Durchgehen der Eindrücke, merken wir erst, wie unglaublich viel wir heute eigentlich erlebt haben.

Der Tag begann mit einem absoluten Highlight für Burgenfans. Wir machten uns auf den Weg zum Beeston Castle und standen plötzlich vor einer echten Bilderbuch-Mittelalterburg. Die Anlage ist gigantisch: drei Mauerringe, riesige Freiflächen, ein tiefer, in den Fels gehauener Burggraben und die eigentliche Festung thronend auf einem steilen Sandsteinplateau mit einer fantastischen 360-Grad-Aussicht über die gesamte Cheshire-Ebene.

Erbaut wurde die Burg in den 1220er-Jahren von Ranulf de Blondeville, dem 6. Earl of Chester, direkt nach seiner Rückkehr vom Fünften Kreuzzug. Die Lage ist so strategisch genial, dass hier schon in der Bronze- und Eisenzeit befestigte Siedlungen standen. Oben auf dem Felsplateau befindet sich zudem einer der tiefsten Burgbrunnen ganz Englands, um den sich bis heute die Legende rankt, König Richard II. hätte dort im 14. Jahrhundert seinen sagenumwobenen Schatz versteckt.

Dank English Heritage ist das gesamte Gelände in einem wunderbaren Pflegezustand, und mit unserer Jahresmitgliedschaft war der Eintritt für uns komplett kostenlos. Das Museumspersonal vor Ort war so herzlich und zuvorkommend, wie man es sich auf Reisen nur wünschen kann. Zudem war es herrlich ruhig: Es war Montag, das Wetter zeigte sich typisch britisch nur bedingt sonnig, und das Saisonende machte sich bemerkbar. Ein riesiger Pluspunkt war wieder einmal die Hundefreundlichkeit. Vierbeiner waren hier nicht nur geduldet, sondern herzlich willkommen. Bevor es weiterging, mussten im Shop natürlich noch zwei neue Begleiter mit: Sir Fights Alot und Sir Chopalot durften feierlich in unsere Tüte mit Mitbringseln einziehen.

Unser zweiter Halt führte uns zum Anderton Boat Lift. Ein beeindruckendes Zeugnis viktorianischer Ingenieurskunst und Industriegeschichte. Das gewaltige Hebewerk verbindet den Trent and Mersey Canal mit dem River Weaver. Gerne hätten wir die Bootstour mit der Fahrt im Lift selbst gemacht, aber die Uhr tickte unbarmherzig und der Waschplan saß uns im Nacken.

Der ungeplante Star des Tages war Garstang. Auf der Suche nach einem Wash.Me Automaten landeten wir in dieser kleinen Stadt, um die Decken und Schlafsäcke wieder frisch zu bekommen. Während die Trommeln drehten, spazierten wir durch den Ort und waren beide restlos begeistert. Garstang bezaubert mit wunderschöner historischer Bausubstanz, kopfsteingepflasterten Gassen und lauter liebevollen, kleinen Geschäften. Dazu begegneten uns unglaublich herzliche und aufmerksame Menschen, die uns gleich mehrfach freundlich darauf hinwiesen, dass wir auf einem reinen Kurzzeitparkplatz standen. Decken und Schlafsäcke sind nun wieder blitzsauber, und wir nehmen eine wunderschöne, ungeplante Reiseerinnerung mit. Danke, Garstang.

In Lancaster kamen wir schließlich viel zu spät an, doch wir wollten uns den Tag nicht nehmen lassen, ohne noch das Ashton Memorial zu sehen. Der Volksmund nennt es völlig zu Recht das Taj Mahal des Nordens. Das schneeweiße, monumentale Bauwerk thront erhaben im Williamson Park über der Stadt und bietet eine wunderbare Kulisse.

Wieder einmal stellten wir fest: Die Zeit war an diesem Tag viel zu knapp bemessen. Jeder einzelne dieser Stopps hätte es verdient gehabt, dass man noch stundenlang verweilt. Aber genau diese dichten Tage voller Kontraste zwischen historischen Mauern, Waschsalon-Alltag und spontanen Stadtentdeckungen machen einen Roadtrip erst lebendig.