UK 2026 Tag 27 York – Von rollenden Riesen, grünen Oasen und verwunschenen Gassen

UK 2026 Tag 27 York – Von rollenden Riesen, grünen Oasen und verwunschenen Gassen

Nach einer eher mäßigen Nacht saßen wir um 7:30 Uhr bei McDonald’s zum Frühstück. Direkt nebenan sorgte eine Verkäuferin mit ansteckender Herzlichkeit und guter Laune für den perfekten Startschuss.

Frisch gestärkt ging es weiter zum National Railway Museum. Andy war voll in seinem Element und nahm die imposanten Kolosse ganz genau unter die Lupe. Ein kleiner Wermutstropfen: Man durfte die historischen Lokomotiven nur von außen bestaunen, ein Blick ins Innere blieb verwehrt. Dafür faszinierte die schiere Ästhetik. Die dort so bunt lackierten Dampfloks (wie die berühmte Duchess of Hamilton, die legendäre Mallard sowie der Flying Scotsman) verströmen eine fantastische Eleganz, die im direkten Kontrast zum eher strengen, zweckdienlichen Industriedesign in Schwarz bei deutschen Dampfloks steht.
Blickt man von den erhöhten Ebenen auf die gigantische Halle hinab, wirkt das Arrangement fast wie ein Ableger vom Warehouse 13. Alles voller schlummernder, magischer Technik-Wunder. Die Zeitreise durch die Eisenbahngeschichte war aber in jedem Fall beeindruckend.

Anschließend empfing uns die Natur im Stadtzentrum von ihrer friedlichsten Seite. Entlang des Flusses Ouse spazierten wir über den malerischen Dame Judi Dench Walk direkt in die herrlichen Museum Gardens. Zwischen sattgrünen Rasenflächen leuchteten prachtvolle Blumenbeete, umrahmt von den romantisch aufragenden gotischen Steinbögen der alten St Mary’s Abbey. Neugierige Grauhörnchen flitzten über den Rasen, zutrauliche Rotkehlchen beobachteten uns aus nächster Nähe.

Vollkommen entspannt bogen wir später ab und blieben in The Shambles hängen. Die schiefen, überhängenden Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert versprühen eine herrlich verwunschene Geisterstimmung; am Ende deckten wir uns mit ein paar neuen Socken als urigem Andenken ein. Doch je länger man schlendert, desto deutlicher zeigt sich die Kehrseite. Überall reihen sich Harry-Potter-Shops aneinander, die den Mythos als „echte Winkelgasse“ bis auf den letzten Penny ausschlachten. Das alles obwohl Rowling die Gasse beim Schreiben gar nicht kannte und die Holzbalken eigentlich von der angelsächsischen Fleischbänke-Geschichte (Fleshammels) zeugen.

Trotz des kommerziellen Trubels überwog die Faszination für die schiefe Architektur und ein Tag voller herrlicher Gegensätze: von buntem, gigantischem Eisen über blühende Ruheoasen bis zum schrägen Mittelalter-Zauber.